5. Gegenmaßnahmen

Ich bin der Auffassung, das durch entsprechende Online-Aktionen der Wirtschaft und der Bundesregierung der digitale Graben kleiner gehalten werden kann und in Teilbereichen dazu beiträgt, den sozialen Graben positiv zu beeinflussen.Das Problem der Menschen, die nicht ins Internet wollen, ist die Aufklärung darüber, wie sie hinein kommen, welche Vorteile es bieten kann (denn das kann es - zumindest bei jenen, die einer objektiven Meinungsbildung fähig sind) und bei dessen Nutzen sich auch viel Zeit sparen lässt. Wie kann man also die Menschen dazu bewegen, sich mit dem Medium Internet auseinander zu setzen? Hierzu zwei Beispiele:

Beispiel 1: die Werbekampagne von AOL zusammen mit Boris Becker.

Die Lösung zur Bewegung der Massen ins Internet heißt KISS: "keep it simple and stupid"! Man nehme die ehemalige Nr. 1 der Tenniswelt und lasse ihn für die weltweite Nr. 1 der Internet-Provider Werbung machen.Boris Becker, ein Idol mit faszinierendem Augenaufschlag ist zur Leitfigur jener Millionen von Deutschen geworden, die 1999 und 2000 online gegangen sind. Boris ahnungslose Frage "Bin ich schon drin?"...- Pause - ... "ich bin drin! ... Das war ja leicht." war offensichtlich für viele Menschen das Signal, ihren Computer ans World Wide Web anzuschließen.

Der "Werbespot des Jahres" (Bild am Sonntag; Handelsblatt (2000)) gab dem Online-Dienst in Deutschland DEN Popularitätsschub (vgl. Bild 8). Bereits ab Start der Kampagne im Oktober 1999 wollten alle Kunde bei AOL werden.

Die Hotline des Online-Dienstes war monatelang total überlastet.Seit Ex-Tennisstar Boris Becker für den weltgrößten Online-Dienst AOL die Werbetrommel rührt, sind die Deutschen ganz einfach «drin» im Internet. "Einfach, schnell und sicher" lautet die Werbebotschaft von AOL. Boris Becker hat mit seiner direkten Art vielen Menschen ganz unmittelbar die Berührungsängste vor einer unbekannten Technik und einem neuen Medium genommen. Denn zuvor hatten viele mögliche Anwender sich verunsichert gefragt, ob denn die eigenen technischen Fähigkeiten dafür ausreichen würden, den Sprung ins Internet zu schaffen.


Bild 8: "Ich bin drin" wurde DIE Weboffensive 1999; Quelle: www.aol.com

"Ich bin drin", der etwas zweideutige Slogan avancierte nach kurzer Zeit zum geflügelten Wort, verschaffte AOL und Becker Kultstatus und ca. 1,2 Mio Neukunden in einem Jahr.
Ein bisher einmaliges Ergebnis für die Werbebranche, bei nur ca. 200 Mio. DM Ausgaben!Und ein weiterer Vorteil bei AOL, wenn man es möchte, dann ist man sofort Mitglied in einer großen Familie von derzeit über 30 Mio. AOL-Nutzer.

So prägt AOL nebenbei ganze Generationen zukünftiger Online-Konsumenten. AOL und Boris Becker (mittlerweile im Verbund innerhalb AOL-Europe auftretend) verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie möchten das Internet zu einem Massenmedium, einem festen Bestandteil des täglichen Lebens zu machen.

Die aggressive Werbung ist für einen breiten Erfolg im Internet auch erforderlich, denn mittlerweile drängen andere Telekommunikationsfirmen, wie z.B. Vodafone, Mannesmann (M. Acor + Otelo), Viag-Intercom, und Andere in den explosiv wachsenden Markt. Nur durch den Aufbau einer starken Marke und Gewinnung von Neukunden ist Onlineerfolg machbar. Deutsche ohne Internet (?), gehören sie bald zu den modernen Analphabeten, zu den "Know-Nots", wie sie in den USA in Anlehnung an die "Have-Nots", die Habenichtse, genannt werden? Ich bin davon überzeugt, doch muß es nicht so schlimm kommen, wie allgemein derzeit -sicherlich auch aus werbetechnischen Gründen gepuscht- behauptet wird.

1. Begrüßung
2. Einleitung
3. Faktoren - 3.1 Allgemeines
3.2 Alter und Geschlecht
3.3 Haushaltsnettoeinkommen
3.4 Schulbildung
3.5 Standort
3.6 Arbeitslosigkeit
3.7 Domains
3.8 Bedürfnisse der Menschen
3.9 Zusammen-fassende Übersicht
4. Auswirkungen einer Online-Zweikl@ssen-gesellschaft

5. Gegenmaßnahmen
Beispiel 1: Werbekampagne AOL und Boris Becker

Beispiel 2: Aktionspro-gramm der Bundesregierung "Internet für Alle"
6. Schlussfolgerungen und Diskussion
7. Quellen
8. Weitere Informationen
8.1 Situation auf dem Internet-Markt in Deutschland
8.2 Wie sieht es weltweit mit dem Internet aus?
8.3 "Feindstaaten des Internet" (Stand 2001)
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